4. Quartiersrätekongress

Quartiersräte gestalten "Soziale Stadt"

Unter diesem Motto trafen sich Quartiersratsmitglieder, Mitarbeiter von Quartiersmanagements und Akteure aus dem Programm „Soziale Stadt“ am 26. März zum 4. Quartiersrätekongress, um Bilanz zu ziehen und Erfahrungen auszutauschen.
Zu der Veranstaltung hatte – wie in den vergangenen Jahren – die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung unter Frau Ingeborg Junge-Reyer eingeladen.
Walter Momper, als Präsident des Abgeordnetenhauses ließ es sich nicht nehmen, die Teilnehmer des Kongresses zu begrüßen und bezeichnete das "Quartiersmanagement als den Kitt, der die Gesellschaft zusammen hält". Dies hatte er vor gut einem Jahr in einem Berliner Quartiersmanagementgebiet selbst erleben können.

Die Staatssekretärin Hella Dünger-Löper lobte und dankte vor allem auch die Arbeit von fast 15.000 Ehrenamtlichen in den Quartiersräten Berlins. Sie bezeichnete die neuerlichen Kürzungsabsichten der Bundesregierung für das Jahr 2012 im Bereich der Städtebauförderung als "bornierte Pläne, denen man entgegen treten muß"!
In dem Eröffnungsreferat durch Prof. Simon Güntner wurden europäische Programme, die dem Programm "Soziale Stadt" ähneln, vorgestellt. Darin wurde die berliner Arbeit des Quartiersmanagement als sehr vorbildhaft beschrieben.
Nach dieser Rede hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, in sechs verschiedenen Workshops Ihre Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam zu diskutieren.
In den Workshops ging es um die Themen:

  • Bildung
  • Gesundheit
  • Partizipation
  • Vernetzung der Quartiersräte
  • Nachhaltigkeitsstrategien für die Quartiere und Quartiersräte
  • Alternative Finanzierungsstrategien

In den Workshops ging es oftmals um die nachhaltige Arbeit der Quartiersräte. Mehrmals wurden Wünsche geäußert, Jugendlichen – als Vertreter der Interessen aller Kinder und Jugendlichen – im Quartier, einen festen Platz im Quartiersrat zu schaffen.
Damit auch mehr Bewohner den Weg in den Quartiersrat finden können, muss dieser sich weiter öffnen und die Öffentlichkeitsarbeit verbessern. Es wird besonders in der Verstetigungsphase bedeutend sein. Die Menschen sollen zudem eine Möglichkeit erhalten, auch zwischen den Wahlperioden dem Quartiersrat beitreten zu können.
Eine professionelle Begleitung und Betreuung, da waren sich alle einig, wird auch nach Ende der Förderungsdauer notwendig sein. Nur so können die Bewohner motiviert werden, sich weiter für ihr Quartier einzusetzen und erfolgreich tätig zu sein.
Die Nutzung von Sozialen Netzwerken ist ebenso ein Thema wie die Einrichtung eines Mailverteilers über den einzelnen Quartiersrat hinaus. Generell hat sich die Frage der Vernetzung, ob innerhalb des Quartiers oder zwischen angrenzen Quartieren, wie auch innerhalb der Stadt als eine der Schlüsselfragen heraus gestellt.
Ebenso oft, kam die Diskussion zu den vor Ort entstehenden Kiezblättern, die von den Anwohnern sehr gut angenommen werden und für die Nachhaltigkeit der Arbeit eine gute Basis darstellen. Diese Kiezzeitungen und -blätter, werden von der ansässigen Bevölkerung, oft weitaus besser wahr genommen als andere überregionale Medien. Gewerbetreibende und Dienstleister vor Ort, können darin lokal werben, womit auch eine finanzielle Basis für die Dauerhaftigkeit der Arbeit sicher gestellt werden kann. 
Im Anschluss folgte die Mittagspause und danach wurden die jeweiligen Kernauussagen und -fragen der Workshops noch einmal im großen Saal angesprochen.
Dabei hatte die Stadtentwicklungssenatorin Frau Ingeborg Junge-Reyer die Möglichkeit sich diesen Fragen gegenüber zu äußern und Vorschläge sowie Angebote für die weitere Arbeit zu bieten. Sie unterstrich Ihre Ausführungen mit der Aussage: „Wir wollen sich selbst tragende Strukturen, deshalb müssen konkrete Aufgaben für die weitere Arbeit formuliert werden“, was „eine große Herausforderung für alle Beteiligten“ darstellt!
Abschließend lud die Stadtentwicklungssenatorin zu einem Empfang im Festsaal des Abgeordnetenhauses. Hierbei fand sie viel Zeit, um mit jedem Interessierten ins Gespräch zu kommen.
Der Kongress bot für alle Interessierten eine gute Gelegenheit, offene Fragen anzusprechen, sich auszutauschen und zu vernetzen.
(Text: RS/FG/NF)